Montag, 28. Juli 2014

Lieber Herr Meier + Dos Santos bei der LAG Rock

Am Samstag feierte die LAG Rock ihr 25-jähriges Jubiläum im MusikZentrum Hannover.
Die Band "Lieber Herr Meier" (Webseite) hatte mich angegelockt. Sie hatten bei der Fête de la Musique Hannover 2014 auf der von mir betreuten Bühne gespielt. Ich konnte wegen meiner Arbeit die Band dort nicht wirklich genießen. Ich konnte nur entdecken, mit wie viel Freude gespielt wurde.



Hip Hip Hurra gibt es als Single bei den Konzerten zu kaufen. Eine CD mit einer aufgedruckten Single, wo als ironische Referenz wirklich nur das Puck-Keuz fehlt. Es ist fröhliche Popmusik mit einigen wenigen Show-Elementen. Wer mehr von der Band hören möchte, sollte sie LIVE erleben oder auf ihre Webseite gehen, wo sich noch vier Demo-Versionen von weiteren Songs finden.

Vor dem Konzert von Lieber Herr Meier in der Veranstaltungshalle war draußen in einem Zelt mit Dos Santos eine weitere Band aus Hannover zu erleben. Zwei Konzertgitarren, aus den im hohen Tempo wunderbare Rhythmen und Melodien geholt wurden. Die Webseite von Dos Santos bietet drei Videos, die leider überhaupt nicht das zeigen, was zu erleben war. Ich empfehle hier ihre Unterseite Inspiration anzuwählen und dort das Video von Gabriela + Rodriguez zu starten. Solche Musik wurde am Samstag gespielt.

Freitag, 25. Juli 2014

Zitat Gisbert Haefs 5 - Geschichte oder Geschichten

Ist es nicht befriedigend festzustellen, wie sehr die Geschichte sich von der Geschichte unterscheidet, je nachdem, wer sie erzählt? Und ist es nicht eine Bereicherung, viele widersprüchliche Geschichten zu haben statt nur einer öden Wahrheit, wie sie von Gläubigen jeder Art verfochten wird?
(Gisbert Haefs (2007) Caesar, S.468)
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Habe drei Buchnotizen zum Werk und zwei weitere Zitate aus weiteren Werken von Gisbert Haefs gebloggt:

Mittwoch, 16. Juli 2014

Aktueller Euphemismus Fahrrinnenanpassung

Politik und Wirtschaft (und die sie begleitende Werbung) kreieren immer wieder neue Worte (Neologismen), die eindeutige Begriffe neu und freundlicher umschreiben, weil zunächst kein Konnotation mitschwingt.
Aktuell wird vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein Prozess gegen die geplante nunmehr 9. Elbvertiefung statt. Politik und Hamburger Wirtschaft faseln stattdessen von einer Fahrrinnenanpassung. Das geht so weit, dass in einem Interview auf NDR-Kultur ein politischer Befürworter gegenüber dem Journalisten auf das neue Wort bestand, da das alte seiner Meinung nach eindeutig eine Gegnerschaft gegen das Projekt dokumentiert.

Das passt in die Reihe der Wortgeklingel zu denen auch Kernenergie statt Atomkraft kreiert wurde. Wer Atomkraft sagt, ergänzt: Nein, danke!
(Das Wort bestimmt die Richtung: Gesehen in Lisboa)

Samstag, 12. Juli 2014

MINE in der AEGI-Kirchruine in Hannover

Die Freude, ihre Stimme zu hören, war überwältigend. MINE war wieder in Hannover und wieder vor ungewöhnlicher Kulisse. Im Spätherbst war es das geräumte Cinemaxx und diesmal die entkernte, unbedachte Aegidienkirche, Hannovers Mahnmal gegen Kriege.
Der Konzertbeginn verzögerte sich, als die 20% Regenwahrscheinlichkeit sich erst in herbei gewehten Tropfen und dann mit Niederschlag realisierte. Elektronik wurde gesichert, Zuschauer drängten in die überdachten Bereich vom Mischpult, Bühne und Backstage im Kirchturm. Schalenstühle wurden umgedreht und schirmten den Regen ab. Ubiquitäre Müllsäcke und Regenschirme ermöglichten der Hälfte der Besucher diese Episode im Regen auszusitzen.
GUT e.V., Hannover, MINE, Aegidienkirche, Ein GUTerSommer
Nach dieser Erfrischung kam die Band auf die Bühne und MINE baute den vokalen Sample für Hinterher auf. Es gab Begeisterungsrufe, dass war der zielgenaue Beginn für den Abend. Ein neues Gesicht ist in der Band. Am Vibraphon, Geige und Mikrofon spielt nun Sarah Krebs..
MINE hat eine handvoll neuer Songs, die zwischen bekannteren Stücken eingestreut wurden. Die ersten Neuen war arg düster. Poetisch wurde ein Ende besungen. Rot. Tod, Verlust. Ihr Gesicht zeigte dann auch eine Ernsthaftigkeit am Rande der Trauer und nach einem Song erschien sie selbst von einer Erinnerung berührt zu sein. Doch das Neue gibt es auch fröhlich, schnell und lebhaft (=Lauter). Es wurde die Vielfalt gepflegt und in ihrer Konzentration auf die Musik waren immer geschlossene Augen bei der Bassistin oder eben bei MINE zu sehen.
Die Leute vom GUT e.V. haben wieder einen schönen Rahmen geschaffen und das MINE-Konzert ist nur eines der Serie ein GUTer Sommer an diesem Ort.
Leider wird nur ein kleines Boxensystem verwendet und da gibt es dann Qualitätsgrenzen, wenn Bass, Gitarre und Gesang über die gleiche Box übertragen werden und damit die Stimme verdrängen. MINE singt klar und deutlich, aber von einigen der neuen Songs haben ich den Text nicht vollständig verstehen können. Das ist schade, denn ihre Texte sind ein wesentlicher Teil der Freude sie auf Tonträger zu hören oder im Konzert zu erleben.
Es gab zwei Sets von jeweils etwa 45 Minuten und jedes Set wurde mit einem Kracher beendet. In meinem Kopf klingt so anders auf der EP Herzverleih. Wenn Musik krachend laut wird (vornehm Crescendo) lässt sich Freude heraus schreien. 90 Minuten sind auch das Maximum, was die Band ohne Wiederholung bieten kann. Nach zwei Zugaben klatschten wir noch mehrere Minuten weiter bis MINE auf der Bühne sagte, dass sie keine weiteren Lieder haben und tröstete uns mit dem Hinweis auf ihre für den Herbst angekündigte erste CD-Produktion mit Tour, die selbstverständlich auch in Hannover zu erleben sein wird.
Auf meine Frage an einen der Veranstalter, wo dann das Konzert stattfinden würde, wurde der Pavillon genannt. Also schon mal Dienstag, den 21. Oktober 2014 im Kalender markieren.
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Mein Konzertbericht vom November 2013 findet sich hier (MINE im Cinemaxx).

Dienstag, 8. Juli 2014

Alt werden

Auf der Zugfahrt blätterte eine Mitreisende im Heile Welt-Magazin der Bahn. Auf dem Titelblatt war eine mir unbekannte B-Prominente, deren Interview mit dem Zitat "Ich will 100 Jahre alt werden" beworben wurde.
Kindlich fragte ich mich: "Warum?"

Das Interview (?) beantwortet diese Frage nicht. Es ja auch nur ein PR-Magazin, dass die Langeweile auf der Fahrt zu Produkten lenken soll.

Sonntag, 6. Juli 2014

Unverständliche religiöse Zeremonien

Die Glocken läuten und erinnern die Nachbarschaft daran, dass es Sonntag ist. Aus aktuellem Anlass (Besuchs eines Wolomo in Hannover) dachte ich über religiöse Traditionen nach, die ich in den 1990-er Jahren bei den Ga in Accra erleben durfte.
Eine Zeremonie und hier besonders eine mit religiösen Hintergründen lebt von der Akzeptanz aller Beteiligten. Dabei ist es egal, ob die Handlungen und Worte verständlich sind. Dies gilt für viele christliche Kirchen, aber eben auch für traditionelle Gemeinschaften.
Ich fühlte mich sehr geehrt, als ich nach Höflichkeitsbesuchen bei einem Asafo-Führer und Gesprächen mit einem Wolomo (Hochpriester) Einladungen erhielt, an Zeremonien an rituellen Orten (Schreine), auf Friedhöfen und Stammsitzen der Familien als Beobachter teilzunehmen. Ich war damals angehender Historiker mit Schwerpunkt auf Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und kein Ethnologe oder Religionswissenschaftler. Es gab in diesen über Stunden andauernden Zeremonien Momente, in den ich meine Begleitung fragen konnte, was der Wolomo oder eine andere Person gerade gemacht oder gesagt hatte. Es war nicht immer bekannt, was einzelne Rituale bedeuteten und einzelne der gesprochenen Formeln waren auch nicht in der lokalen Sprache. Ich erfuhr, dass einzelne Gebete an die Götter in der Sprache der ursprünglichen Küsten-Bevölkerung erfolgten. Die Ga hatten bei ihrer Zuwanderung entlang der Küste, die hier lebenden Obutu und ihre Kultur assimiliert. Es gibt keine Obutu mehr, aber ihre Sprache lebt in diesen traditionellen Zeremonien weiter.
Ghana, Accra, Osu, La, Labadi, Ga, Asafo, Wolomo, Obutu
Tote Sprache ist hier Träger der traditionellen Kultur (und zum Teil Herrschaft). Warum muss ich dabei nur an das vormoderne Deutschland mit seiner mächtigen Kirche und der lateinischen Sprache denken.

Freitag, 4. Juli 2014

Hannover Wetter Juni 2014


Der Juni 2014 hatte in Hannover einige Besonderheiten im Witterungsverlauf. Die aus den täglichen Werten berechneten Monatswerte verbergen dies, denn die Temperatur war zum Beispiel mit 16,0° nur 0,2° über den langjährigen Mittelwert (Klimanormalwert oder CLINO). Der Juni ist laut Klimatabelle der Monat mit den meisten Sonnenstunden und den höchsten Niederschlag, beide Durchschnittswerte wurden nicht erreicht.
-Vergleiche den Bericht des Vormonats und des Folgemonats-

Dargestellt sind die täglichen Tiefst- und Höchsttemperaturen (Skala linke Seite) sowie die Niederschläge (in mm) bzw. Sonnenstunden (rechte Skala).
Alle Werte stammen von der Wetterstation Hannover-Langenhagen des Deutschen Wetterdienstes und können dort kostenfrei eingesehen werden. Im ersten Drittel des Juni war es sehr sonnig und am 8. Juni wurde der erste Tropentag des Jahres 2014 mit 31,9° erreicht. Vorher und nachher kamen Sommertage hinzu. Dann übernahmen nördliche Luftströmungen die Kontrolle. Im Singularitätenkalender heißt diese Periode Schafskälte und dies sollte die letzte Abkühlung vorm Hochsommer sein. Relativ stabile Hoch- und Tiefdruckgebiete sorgten dafür, dass über mehr als eine Woche kühle Luft aus dem Norden über Hannover zog. So gab es nur 4 Sommertage, statt der 6 laut CLINO. Die tiefste Temperatur wurde am 1. Juni mit 5,8° gemessen. Auffällig sind die fünf Nächte mit Temperaturen unter 10° im letzten Drittel des Monats.

Aus den stündlichen Messungen berechnet der DWD die Tagesmitteltemperatur.
Auch in dieser Abbildungen ist deutlich die kurze, sehr warme Periode am Ende des 1. Monatsdrittels und die lange Schafskälte zu sehen. Wärmster Tag war der 10. Juni mit 22,8° und der kälteste Tag der 1. Juni mit 12,2°.

Die Tagesmitteltemperatur wird in einem 1. Schritt mit dem CLINO-Wert für den Monat Juni (15,8°) verglichen.
Die positiven Abweichungen sind mit alleine vier Tagen, die mehr als 5° zu warm waren, deutlicher als die Vielzahl von kühlen Tage. Dies mag erklären, warum trotz der sehr langen Schafskälte am Ende die Monatsdurchschnittstemperatur ein wenig zu warm war.

In einem 2. Schritt werden die Tagestemperaturen mit den den täglichen 30-jährigen Durchschnitt für zwei Perioden und den Rekordwerten der letzten mehr als 60 Jahre für jeden Tag verglichen. 
Der wärmste Tag war der einzige, der an die Rekordwerte heran reichte und den bestehenden Rekordwert einstellte. Wenn ich Abweichungen von +/- 3° vom Durchschnittswert als "normale" Temperaturen definiere, dann fallen nur die warmen Tage vom 7. bis zum 11. Juni und zwei kühle Tage am 20. und 25. Juni auf.

Es war kein sonniger Monat. In der Klimatabelle stehen für den Juni 208 Sonnenstunden, aber in diesem Jahr waren es 187,4 Stunden (=90%). Auffällig ist, dass nur an vier Tagen mehr als 10 Sonnenstunden registriert wurden und es gleichzeitig vier trübe Tage mit weniger als einer Sonnenstunde gab.

Es gab aber auch zu wenig Niederschlag. Es wurde zwar an 18 Tagen Niederschlag festgestellt, doch dies summierte sich nur auf 63,6mm, entsprechend 87% des CLINO. Damit setzte sich der Trend zu trockeneren Juni-Monaten fort. Die heißen Tage brachten Gewitter mit heftigen Niederschlägen und am Monatsende dokumentierte der Dauerregen das Ende der Schafskälte.

Es gab kein Windereignis, trotz der Gewitter und der ausgeprägten Nordströmung. Es wurden nur Spitzenwerte der Windstärke 7 der Beaufort-Skala erreicht.

Alle Messwerte stammen wie jeden Monat vom Deutschen Wetterdienstes.
Berechnungen, Abbildungen und Vergleiche stammen vom Blogautor.

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Die folgenden Symbole führen jeweils direkt zum genannten Monatsbericht:
2015

2014

Wetter, Hannover, Juni 2014


und der Sommer 2014

2013

2012

2011

2010

Der Jahresbericht 2009 ist hier zu finden und hier geht es zu den Wetterberichten für alle Monate im Jahre 2009:

Der Jahresbericht 2008 ist hier zu finden und hier geht es zu den Wetterberichten für alle Monate im Jahre 2008:

Neben diesen monatlichen Berichten habe ich bisher dreimal zum Klimawandel am Beispiel von Hannover gebloggt: 2007 schaute ich auf Monatswerte der 2000-er Jahre, 2013 untersuchte ich speziell den Monat April, der langfristig immer sonniger, trockener und wärmer wird, und nochmals 2013 in langen Zeitreihen den Temperaturanstieg seit dem Ende des 19. Jahrhunderts.
Es gibt außerdem noch ein Blick auf das Wetter in Hannover im Jahre 2007, speziell den Sommer 2007. Es gibt einen langen Beitrag zum sehr kalten Winter 2009-2010 mit Vergleichen zu anderen Wintern, ein Vergleich zwischen den Winter 1985/86 und 2011/12 und aktueller zum langen Winter 2012-2013.
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Siehe auch die frühsten, noch sehr einfach gehaltenen Wetter-Darstellungen: