Freitag, 27. März 2015

Ewige Sommerzeit.

Es werden wieder die Uhren gestellt und im Gesichterbuch wurde über den Un/Sinn der halbjährlich wechselnden Zeiten gepostet.
Ich würde mir wünschen, dass wir final auf die Sommerzeit umstellen. Auf das längere Tageslicht am Abend möchte ich nicht verzichten und wenn es dann in der dunklen Jahreszeit am Morgen länger dunkel ist, so macht mir das nichts aus. Ich brauche am Morgen kein schwaches, natürliches Tageslicht. Mir reicht ein Kaffee und die Aussicht, dass selbst im Herbst und Frühjahr am Nachmittag noch Tageslicht ist.

Doch dann sollte das System in Europa grundsätzlich verbessert werden. Ich meine damit eine Rückkehr zur Lokalzeit. Die Welt ist in 24 Zeitzonen aufgeteilt, die nicht unbedingt ihrer geographischen Lage entsprechen. Eine Stunde entspricht 15 Längengraden. Die Referenz für UTC ist Greenwich im Osten von London. Die Grenzen dieser Zeitzone müsste eigentlich 7,5° westlich und 7,5° östlich davon verlaufen. Damit wären die Niederlande, Belgien, Frankreich und Spanien in derselben Zeitzone, wie das Vereinigte Königreich und nicht in unser MEZ-Zone. Portugal würde sogar in der westlich anschließenden Zeitzone liegen und damit würde dieses Land mit Irland und Island westlich von UTC einsortiert. 
Europa, Zeitzonen, MEZ, UTC
Satirisch könnte dann auch gleich die echte Lokalzeit eingeführt werden, so dass die Mittagszeit an allen Orten mit dem Zenit der Sonne übereinstimmt. Jeder Längengrad entspricht 4 Minuten Abweichung von der Referenz von Greenwich. London 13.00 Uhr entspricht dann Amsterdam 13:20 Uhr, Oldenburg 13:33 Uhr, Hannover 13:39 Uhr und Berlin 13:53 Uhr. In Lissabon wäre es dann erst 12:23 Uhr.

Junge Frauen, Smartphones und Coffee-to-go

so, und nun mal schön unsachlich ablästern.
Heute morgen im Bus. Eine junge Frau stieg vor mir ein, in einer Hand ihr Smartphone und in der anderen einen Kaffeebecher. An der ersten Lücke im Gang blieb sie stehen, obwohl ich und hinter mir weitere Fahrgäste einstiegen und auch noch Platz haben wollte. Sie war bereits wieder in ihrer Welt der "sozialen Medien" (meine das Facebooklogo auf ihren großen Display gesehen zu haben) versunken. Mit einem unfreundlichen Blick machte sie Platz, so dass wir auf die freien Flächen vor ihr nachdrängen konnten. Auf der Busfahrt mit seinen starken Beschleunigungen und plötzlichen Bremsen versuchte sie irgendwie das Gleichgewicht zu halten. Sie hatte keine Hand frei und auch keinen Blick für die Umwelt. Es war lächerlich.

Zum einen dachte ich an meine UNI-Zeit. Da waren es auch stets junge Frauen, die an der engsten Stelle eines Weges stehen blieben und dort ein Gespräch begannen. Sei es die Tür zum Institutsgebäude oder im Gebäude direkt vor der Treppe. Zum anderen wurde mir mal wieder bestätigt, dass der Konsum von "Social Media" zu asozialen Verhalten führt.

Vielleicht sind junge Männer genau so merkwürdig, aber es sind die jungen Frauen, die mir negativ auffallen.

Dienstag, 24. März 2015

Sonnenfinsternis Hannover 2015

Das Wetter war am 20. März ideal. Der Tag fing sonnig an und so konnten die Veränderungen durch die Sonnenfinsternis gut beobachtet werden.
Es war meine dritte partielle Sonnenfinsternis (zuvor Zeven 10. Juli 1972 und Dar es Salaam 11. September 1988). Für die totale Finsternis 1999 hatte ich mir eine Spezialbrille zugelegt, die aber damals nicht zum Einsatz kam. Zum einen war es am 11. August 1999 über Norddeutschland bewölkt und zum anderen waren ich an diesem Tag mehrere tausend Kilometer südlich. Bereits um kurz nach halb zehn Uhr war zu erkennen, wie der Mond sich rechts ober beginnend vor die Sonne bewegte.
Auf einem einstündigen Spaziergang blickte ich immer wieder mit der Schutzbrille zur Sonne und sah wie diese langsam eine Sicherform annahm. Mit einem Schweißerglas versuchte ich einmal ein Foto zu machen.
(SoFi, Hannover - Georgengarten, 20. März 2015, Aufnahme durch Schweißerglas)
Das Ergebnis war so ernüchternd, dassich auf weitere Versuche verzichtete.
Am bemerkenswerten war die Veränderungen, das Licht, die Geräusche, die Temperatur.

Die Sonne hatte in den letzten Wochen endlich wieder die Kraft erreicht, dass ihre Wärme im Gesicht zu spüren war. Im Kontext der Berichterstattung über die Auswirkung der SoFi auf die Stromerzeugung durch Photovoltaik wude berichtet, dass diese auf weniger als ein Drittel sank.
Die Temperatur reduzierte sich nur wenig.
An der Messstation Hannover des Deutschen Wetterdienstes DWD sank die Temperatur nur minimal, aber die fehlende Einstrahlung machte sich deutlich in der "gefühlten" Temperatur bemerkbar. Ohne das Gefühl der wärmenden Strahlen waren die 5° lausig kalt. Umgekehrt fühlte es sich nach der SoFi gleich wieder angenehm warm an.

Auf den Weg zum Georgengarten passierte ich verschiedene Schulen. An einigen waren alle Fenster zur Sonnenseite durch Vorhänge und Gardinen verschlossen. Es ist Frühling und entsprechend waren zunächst viele Vögel zu hören. Deren Gesang reduzierte sich mit der Zunahme der Verdunklung und zum Höhepunkt hörte ich keinen Vogel.

Das Licht war ungewöhnlich und mir fehlen tatsächlich die Worte um zu beschreiben, welche Farben sich boten, als bei klaren Himmel 75% der Sonnen verdeckt waren. Richtung Norden meine ich einen Blaustich gesehen zu haben.
Auf der Ihmebrücke zum Pfarrlandplatz stand eine kleine Gruppe und blickte durch Schweißerglas und Sonnenbrillen (!) zur Sonne. Letzteres ist mal wieder ein Zeugnis für die Dummheit vieler Menschen. Es wurden seit Tagen davor gewarnt nur mit verrussten Glas oder Sonnenbrillen das Spektakel anzuschauen, doch es gibt einfach zu viele Menschen, die beratungsresistent sind.

Ansonsten kam mir die Sonnenfinsternis in Hannover wie ein Nichtereignis vor. Mit der Ausnahme der Menschen auf der Brücke habe ich bei den hunderten von Menschen, die ich beim Spaziergang beobachtet habe, nur einmal eine Person gesehen, die auch mit Schutzglas Richtung Sonne schaute.

Für mich war es ein großartiges Erlebnis!

Donnerstag, 12. März 2015

Hannover Wetter Februar 2015

Der letzte Wintermonat war wie die beiden vorherigen zu warm.
Die Monatsdurchschnittstemperatur betrug 2,3° und lag damit 1,2° über den langjährigen Mittelwert für die Jahre 1961-1980. Es war ein sonniger Monat mit wenig Niederschlag.
-Vergleiche den Bericht des Vormonats und des Folgemonats-
Dargestellt werden die täglichen Höchst- und Tiefsttemperatur (die Werte können an der linken Skala abgelsen werden) sowie der Niederschlag in mm und die Sonnenstunden (rechte Skala). Die Werte für diese Darstellung stammen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) von seiner Station Hannover-Langenhagen. Die Werte werden kostenlos im Netz zur Verfügung gestellt.
Der Februar ist DER Wintermonat, so auch 2015. An 18 Tagen sank die Temperatur unter den Gefrierpunkt. Die niedrigste Temperatur wurde am 7. Februar mit -7,3° gemessen. Doch wie bereits angemerkt, es war zu warm und so gab es nicht einen Eistag. Im langjährigen Mittel sind im Februar 5 bis 6 Eistage und 14 bis 18 Frosttage zu erwarten. Im Mittel gibt es 14 bis 22 Tage mit Bodenfrost, 2015 waren es sogar 26 Tage mit Bodenfrost und am 7. Februar sank die Bodentemperatur bis -8,7°. Die erste Abbildung zeigt auch deutlich die höchste Temperatur am 14. Februar, als 10,8° erreicht wurde.

Aus den stündlichen Temperaturen berechnet der DWD die Tagesmitteltemperatur.

Um Extreme zu nivellieren, habe ich die Tagesmitteltemperatur (rote Linie) auf fünf Tage gemittelt (grüne Linie). Das Symbol am 1. Februar steht also für den Durchschnitt der Tagesmitteltemperaturen vom 30. Januar bis zum 3. Februar und so weiter.
Deutlich ist die kurze kalte Periode zu sehen, die sich bereits Ende Januar abzeichnete. Danach sank die Tagesmitteltemperatur nur noch für einzelne Tage und war im Durchschnitt ständig zu warm.  Bereits am 22. März überschritt der 5-Tagedurchschnitt die Monatsmitteltemperatur für März.
Der kälteste Tag war der 6. Februar mit -3,1°. Der wärmste Tag war der 26. Februar mit +5,8°.

Die aktuelle Tagesmitteltemperatur wird mit langjährigen Monatmitteltemperatur verglichen.

Nur sechs Tage waren deutlich zu kalt, am 15. Februar wurde der Monatswert von 1,1° gemessen und alle 21 anderen Tage waren zu warm. Drei Tage waren mehr als 3° zu kalt, aber neun waren mehr als 3° zu warm, was im Ergebnis den zu warmen Monat ergab.

Abschließend vergleiche ich die Tagesmitteltemperatur mit langjährigen Mittelwerten und mit Temperaturextremen für jeden Tag.
Als Referenzwerte sind die langjährigen Mittelwerte der der Jahre 1951-1980 (rote Linie) und 1981-2010 (grüne Linie) zu sehen. Im Februar steigt die Tagesmitteltemperatur bereits verhalten von 0-2° auf 1-3°. Für den Februar ist bei dem Vergleich dieser beiden Linie der Temperaturanstieg der letzten Jahrzehnte zu erkennen. Für 16 Tage beträgt diese Erwärmung bereits mehr als 1°, davon wiederum für drei Tage sogar mehr als 2°.
Die Tagesmitteltemperaturen des Jahre 2015 sind als blaue Balken dargestellt.
Es gibt erhebliche Abweichungen von der durchschnittlichen Tagesmitteltemperatur. Die jeweils kältesten und wärmsten 10% der 60 Tageswerte zwischen 1951 und 2010 wurden als Extrem definiert und nicht dargestellt. Zu sehen sind die Grenzwerte der verbleibenden 48 Jahre.

Es gab kein Windereignis, d.h. an keinem Tag wurde ein Spitzenwert von 17,2 m/s erreicht.

Es war ein sonniger Monat. An 21 Tagen zeigte sich die Sonne und insgesamt wurden 79,4 Sonnenstunden registriert, was leicht über den langjährigen Durchschnittswert für den Februar liegt. Neun Tage können als sonnig bezeichnet werden, da die Sonne mehr als die Hälfte des Tages schien.

Es war ein trockener Monat. An 13 Tagen gab es Niederschlag, doch fielen nur insgesamt 16,9mm, was 45% der langjährigen Mittelwerts entspricht.

Alle Messwerte stammen wie jeden Monat vom Deutschen Wetterdienstes.
Berechnungen, Abbildungen und Vergleiche stammen vom Blogautor.

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Die folgenden Symbole führen jeweils direkt zum genannten Monatsbericht:
2016
2015
2014
2013

2012

2011

2010

Der Jahresbericht 2009 ist hier zu finden und hier geht es zu den Wetterberichten für alle Monate im Jahre 2009:

Der Jahresbericht 2008 ist hier zu finden und hier geht es zu den Wetterberichten für alle Monate im Jahre 2008:

Neben diesen monatlichen Berichten habe ich bisher dreimal zum Klimawandel am Beispiel von Hannover gebloggt: 2007 schaute ich auf Monatswerte der 2000-er Jahre, 2013 untersuchte ich speziell den Monat April, der langfristig immer sonniger, trockener und wärmer wird, und nochmals 2013 in langen Zeitreihen den Temperaturanstieg seit dem Ende des 19. Jahrhunderts.
Es gibt außerdem einen langen Beitrag zum sehr kalten Winter 2009-2010 mit Vergleichen zu anderen Wintern, ein Vergleich zwischen den Winter 1985-1986 und 2011-2012 und aktueller zum langen Winter 2012-2013.
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Siehe auch die frühsten, noch sehr einfach gehaltenen Wetter-Darstellungen: